Der Blick über den Gartenzaun inspiriert und ist daher für die MASTERCLASS von zentraler Bedeutung. Deshalb beinhaltet unser Lehrgang vier einwöchige Exkursionen ins Ausland mit wechselnden Schwerpunkten. Und zahlreiche Workshops in der ganzen Schweiz sowie praxisorientierte Projektarbeiten.

Klimagarten

EINBLICKE
PLAN

GRUNDRISS DES KLIMAGARTEN

PROJEKT

GÄRTNERN UNTER NEUEN BEDINGUNGEN

Drohnenaufnahme: Yvonne Bollhalder

Zu den zentralen Herausforderungen des Klimawandels zählen unter anderem der steigende CO2-Ausstoss sowie verkürzte Winter, welche auch vor Gärten keinen Halt machen. Um diesen Problemen zu begegnen, bieten sich Klimagärten als Lösungsansatz an. Doch was versteht man unter einem Klimagarten? Während Wikipedia diesen als klar definiertes Messfeld beschreibt, geht die GÄRTNER GRAF ACADEMY einen Schritt weiter und versteht darunter die Gestaltung und Pflege von Gärten, um sie an den Klimawandel anzupassen und gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Dabei spielen Faktoren wie Wasser, Boden, Flora und Fauna eine entscheidende Rolle. In den vergangenen Jahren haben extreme Wetterereignisse wie Starkregen, Hitzewellen und Dürren auch in Gärten deutliche Spuren hinterlassen, wie zum Beispiel trockenheitsbedingte Schäden an immergrünen Pflanzen. Zudem treten Schadinsekten, wie diverse Splintkäfer, vermehrt auf und befallen geschwächte Pflanzen.

Heute wissen wir, dass Klimagärten eine wichtige Rolle bei der Anpassung an den Klimawandel spielen können. Klimatische Veränderungen beeinflussen das Pflanzenwachstum und können dazu führen, dass bestimmte Pflanzenarten in bestimmten Regionen nicht mehr gedeihen. Daher müssen wir uns an die veränderten Bedingungen anpassen und uns auf Pflanzen konzentrieren, die besser an die neuen Bedingungen angepasst sind.

In einem Klimagarten werden Pflanzen ausgewählt, die für das lokale Klima geeignet sind, unter Berücksichtigung der erwarteten klimatischen Veränderungen in der Region. Die Pflanzen müssen widerstandsfähiger gegen Hitze, Dürre, Starkregen oder andere extreme Wetterereignisse sein, die häufiger auftreten werden. Ein solcher Garten kann dazu beitragen, die Biodiversität in der Region zu erhalten und auch eine ästhetische Komponente bieten.

Zusätzlich ist es wichtig, bei der Auswahl der Pflanzen und der Gestaltung des Klimagartens auch auf ökologische Aspekte zu achten. Durch die Verwendung von standortangepassten Pflanzen und umweltfreundlichen Materialien können wir einen Beitrag zur Entwicklung einer nachhaltigen Gartenkultur leisten.

Insgesamt bietet ein Klimagarten eine Möglichkeit, sich aktiv an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen und gleichzeitig einen positiven Einfluss auf die Umwelt zu haben.

Was bedeutet der Klimawandel für die biologische Vielfalt? Welche Arten verschwinden, welche werden wir neu bei uns antreffen? Welche Pflanzen werden in Schweizer Gärten künftig angepflanzt? Und welche Auswirkungen hat das für das Stadtgrün?

FOTO: KONI NORDMANN

AUFGABE

GESTALTUNG EINER RABATTE IM KLIMAGARTEN

Die Teilnehmenden der MASTERCLASS «Gestalten mit Pflanzen» gestalten in sechs Vierergruppen eine Rabatte im Klimagarten des Gartenateliers Domat/Ems. Das Ziel ist es, Rabatten zu entwerfen, die nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch ansprechend sind.

ANFORDERUNGEN FÜR DIE TEILNEHMENDEN 

1. Pflanzenwahl
Wählt Pflanzen aus, die den zukünftigen klimatischen Bedingungen in Mitteleuropa entsprechen. Berücksichtigt dabei die Auswirkungen des Klimawandels und die sich ändernden Witterungsbedingungen. Ihr könnt Fachliteratur konsultieren oder euch von Experten beraten lassen.

2. Gestaltungskonzept
Entwerft ein Gestaltungskonzept, das die ausgewählten Pflanzen harmonisch in die Gesamtanlage integriert. Berücksichtigt dabei Faktoren wie Farbkombinationen, Wuchsformen und Blütezeiten.

Erarbeitet ausserdem Vorschläge für Gehölze, die für den gesamten Klimagarten verwendet werden können und den Charakter der Anlage prägen werden. Diese werden dann im Gremium definitiv festgelegt.

3. Standortgerechtigkeit
Legt die Pflanzrabatten so an, dass sie nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch funktional sind. Berücksichtigt dabei die Bedürfnisse der Pflanzen hinsichtlich dem Standort, dem Boden und den Lichtverhältnissen.

4. Nachhaltigkeit
Achtet auf Nachhaltigkeit und ökologische Verträglichkeit. Verwendet z.B. möglichst regionale und standortangepasste Pflanzen sowie umweltfreundliche Materialien.

5. Dokumentation
Dokumentiert die Arbeit und haltet die wichtigsten Schritte und Entscheidungen fest. Dies erleichtert nicht nur die spätere Pflege des Klimagartens, sondern dient auch als Inspirationsquelle für zukünftige Projekte.

6. Zeitplan
Legt einen Zeitplan fest, der die wichtigsten Schritte der Gartenplanung und -umsetzung enthält. Berücksichtigt dabei auch die Pflanzzeit der ausgewählten Pflanzen.

7. Abgabe
Präsentiert euere Gestaltungskonzepte, das Projekt und die Pflanzpläne in einer ansprechenden Form, z.B. als Zeichnungen oder Collagen. Erläutert dabei eure Entscheidungen und macht Angaben zur Umsetzung.

FOTOS: KONI NORDMANN